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PI Innovation Award 2026 für Forscherin der Uni Tübingen: Neuer Sensor macht Gebärdensprache für Computer deutlich besser erkennbar

Gebärdensprache besteht nicht nur aus Handbewegungen. Oft spielt auch eine Rolle, ob eine Hand das Gesicht oder den Körper tatsächlich berührt. Genau diese Unterschiede können Kameras bislang nur schwer verarbeiten.
Dr. Maria-Paola Forte, die am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Tübingen und Stuttgart forscht, hat dafür einen neuartigen Sensor entwickelt. Das kleine Gerät wird wie ein Armband getragen und erkennt zuverlässig, wenn Hände Gesicht oder Körper berühren. Dadurch können Computer Gebärdensprache wesentlich genauer erfassen. Die Technologie könnte gehörlosen Menschen künftig den Zugang zu digitalen Angeboten erleichtern – etwa durch natürlichere Gebärdensprach-Avatare oder bessere automatische Übersetzungen.
„Technologische Innovation entfaltet ihren größten Wert, wenn sie das Leben von Menschen verbessert. Die Arbeit von Dr. Maria-Paola Forte zeigt eindrucksvoll, wie exzellente Forschung zu mehr Teilhabe und Barrierefreiheit beitragen kann. Genau solche Innovationen möchten wir mit dem PI Innovation Award fördern“, sagt Dr. Michael Albiez, CEO von PI.
Prof. Dr. Thilo Stehle, Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät ergänzt: „Die diesjährige Preisträgerin Dr. Maria-Paola Forte hat sich in einem äußerst kompetitiven Auswahlverfahren gegen zahlreiche Mitbewerberinnen und Mitbewerber aus unterschiedlichen Fachbereichen durchgesetzt. An der Fakultät wurden in diesem Jahr mehrere Dissertationen mit herausragender wissenschaftlicher Qualität und hohem Anwendungspotenzial eingereicht, sodass der Jury die Entscheidung nicht leichtfiel. Dr. Maria-Paola Forte ist ein innovativer Transfer gelungen: es wurde ein Patent angemeldet, ein neuer Sensor ist bereits in der Produktion und es gab einen Spin-off. Umso mehr freut es uns, mit der Auszeichnung die besondere Exzellenz und Relevanz der Arbeit der Preisträgerin würdigen zu können.“
„Dr. Maria-Paola Forte hat eine entscheidende Lücke in der kamerabasierten Erfassung menschlicher Bewegungen geschlossen. Mit ihrem Sensor ergänzt sie optische Verfahren um Informationen, die Kameras allein nicht zuverlässig erfassen können. Gerade diese Verbindung unterschiedlicher Messprinzipien macht ihre Arbeit wissenschaftlich und technologisch besonders überzeugend“, hebt Dr. Steffen Schreiber, Director Global Innovation und Scouting bei PI und Mitglied des Auswahlkomitees des PI Innovation Award, hervor.
Wie funktioniert die Technologie?
Der von der Wissenschaftlerin entwickelte Sensor nutzt ein physikalisches Phänomen im menschlichen Körper: Berührt eine Hand das Gesicht oder eine andere Körperstelle, verändert sich der elektrische Widerstand zwischen den Kontaktpunkten messbar. Diese Veränderung erfasst der Sensor am Handgelenk. Anders als Kameras muss das System die Berührung nicht sehen. Es erkennt direkt, ob ein tatsächlicher Hautkontakt stattfindet. Dadurch lassen sich Bewegungen präziser erfassen – insbesondere bei Gebärden, bei denen es darauf ankommt, ob eine Hand das Gesicht oder den Körper berührt oder nur knapp daran vorbeigeführt wird.
In Kombination mit kamerabasierten Verfahren entstehen deutlich genauere Bewegungsdaten. Das verbessert die automatische Erkennung und Darstellung von Gebärdensprache und eröffnet neue Möglichkeiten für barrierefreie Kommunikation zwischen Mensch und Computer.
Auch in anderen Bereichen bietet die Entwicklung Potenzial, beispielsweise in der Medizin, Rehabilitation oder bei digitalen Animationen. Dr. Forte hat die Technologie bereits zum Patent angemeldet und arbeitet daran, die Forschung in praktische Anwendungen zu überführen.
Über den PI Innovation Award
Der PI Innovation Award wird von Physik Instrumente (PI) gemeinsam mit der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen vergeben. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und zeichnet Promotionsarbeiten aus, die wissenschaftliche Exzellenz mit praktischem Nutzen verbinden.
Über Physik Instrumente (PI)
PI mit Hauptsitz in Karlsruhe ist Markt- und Technologieführer für hochpräzise Positioniertechnik und Piezoanwendungen in den Marktsegmenten Industrielle Automatisierung, Halbleiterindustrie, Photonik sowie Mikroskopie & Biowissenschaften. In enger Zusammenarbeit mit Kunden aus aller Welt verschieben die über 1.900 Spezialisten von PI seit mehr als 50 Jahren immer wieder die Grenzen des technisch Machbaren. Die Basis dafür bilden vielfältige Antriebstechnologien, eigenentwickelte Sensorik, Elektronik sowie Steuerungs- und Regelungstechnik. Das Angebot reicht von Komponenten über Subsysteme bis hin zu maßgeschneiderten Komplettlösungen. Über 560 erteilte und angemeldete Patente unterstreichen den technologischen Führungsanspruch des Unternehmens in der Präzisionspositionierung und Piezotechnologie. PI ist mit neun Fertigungsstandorten in Europa, Nordamerika und Asien sowie 16 Vertriebs- und Serviceniederlassungen weltweit vertreten. Seit April 2026 ist PI Teil des Hoerbiger Konzerns.
Weitere Informationen zu PI und Hoerbiger finden Sie unter www.physikinstrumente.com und www.hoerbiger.com.